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Henning Koppel


Der Däne Henning Koppel (1918-1981) entwarf einige der schönsten und bekanntesten Objekte für die Georg Jensen Silberschmiede. Als er 1945 als Designer für Georg Jensen tätig wurde, war Henning Koppel bereits ein anerkannter Bildhauer und hatte mit verschiedenen Materialien Erfahrung gesammelt, die sich weitaus weniger geschmeidig verarbeiten ließen als Silber. Bei Georg Jensen begann er mit den gleichen skulpturalen Formen wie bei seinen früheren Arbeiten zu experimentieren und entwarf dabei Tafelwaren in ganz neuen, organischen Formen, die auf verspielte Weise die Natur nachbildeten.

Zu den bekanntesten Silberkreationen Henning Koppels zählen die 'Schwangere Ente' (1952), der 'Schwan' (1951) und die Fischplatte mit Deckel (1954). Diese Arbeiten gehören zu den kostspieligsten und handwerklich anspruchsvollsten Produkten überhaupt aus dem Hause Georg Jensen. Die fruchtbare Zusammenarbeit dieser zwei Ikonen des Silberdesigns dauerte bis zu Koppels Tod im Jahre 1981 an.

Dank seines beachtlichen Einflusses auf die dänische Silberschmiedekunst wurde Koppel mehrfach ausgezeichnet. So erhielt er u.a. dreimalig die Goldmedaille auf der Mailänder Triennale sowie den International Design Award des American Institute of Designers.

Neben den für Georg Jensen entworfenen Silberwaren, Bestecken und übrigen Kreationen designte Henning Koppel auch für andere Unternehmen. Während des 2. Weltkrieges verbrachte er einige Zeit im Exil in Schweden, wo er eine Reihe von Objekten für Orrefors und Svensk Tenn kreierte. Von 1961 bis 1981 kamen u. a. auch Geschirrserien für Bing & Grøndahl dazu; darüber hinaus entwarf Henning Koppel mehrere Kreationen für andere Unternehmen, darunter 1962 die Öllampe 'Petronella' für Louis Poulsen.

Diese Lampe war aus poliertem, lackiertem Messing und mit einem Rundbrenner sowie einem Schirm aus Opalglas gefertigt. Das Volumen des Ölbehälters reicht für eine Brenndauer von etwa 80 Stunden. 'Petronella' zeichnet sich – wie auch die anderen Kreationen Henning Koppels – durch Schlichtheit und Funktionalität, jedoch zugleich schönes, skulpturales Design aus. Inwieweit der Name Petronella auf die rundlichen, weiblichen Formen der Lampe oder aber auf die heilige Petronella zurückzuführen ist, bei der es sich der Legende zufolge um Petrus' bildschöne Tochter handelt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

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Henning Koppels Design basierte während seiner gesamten Laufbahn stets auf den für ihn so charakteristischen Zeichnungen und naturalistischen Skulpturen. Henning Koppel hatte u. a. an der Kunstakademie Kopenhagen das Handwerk des Bildhauers gelernt. Seine Entwürfe arbeitete er am Reißbrett sehr sorgfältig durch, wobei die Objekte bis zu ihrer Realisierung etliche Male abgeändert wurden. Ab den 1970ern wurden die Entwürfe Henning Koppels geometrischer und weniger skulptural, jedoch nicht weniger ansprechend und harmonisch in ihrem Ausdruck. Bei einigen seiner letzten Kreationen für Georg Jensen spiegelt sich diese eher formelle und rationelle Formensprache beispielsweise in der Wetterstation aus dem Jahre 1980 wider, die aus Barometer, Thermometer, Hydrometer und einer Uhr besteht.

Zu den Designs, die Henning Koppel, der große, dänische Innovator der Nachkriegszeit auf dem Gebiet der Gebrauchskunst, für Bing & Grøndahl entwarf, gehörte ein Tee- und Kaffeeservice, das später zu einer kompletten Geschirrserie erweitert wurde. Henning Koppel verzichtete dabei bewusst auf jegliche Verzierungen, da er eine Form anstrebte, die an sich ausreichend dekorativ war. Das Geschirr war sehr zart und somit für die in den 1960ern aufkommenden Spülmaschinen eher ungeeignet. Als Kritiker Henning Koppel damit konfrontierten, war seine Antwort so schlicht wie das Geschirr selbst: "Dann spülen Sie es einfach von Hand!" Der funktionelle Name der Geschirrserie, 'Form 24', prägte sich bei den Verbrauchern nie richtig ein; stattdessen wurde die Serie allgemein unter dem Namen 'Koppel Weiß' bekannt. Entgegen seiner Vorliebe für ganz weißes Geschirr, bei dem nichts von der Form ablenkt, entwarf Henning Koppel 1978 auch die Geschirrserien 'Koppel Blau' und 'Comet', die beide mit dem charakteristischen Porzellanblau verziert wurden.

Henning Koppel zählte nicht nur zu den größten Tafelwarendesignern Dänemarks, sondern entwarf auch eine Reihe von Besteckserien. Das Design seines Bestecks 'Caravel' aus dem Jahre 1957 basierte u. a. auf seinen Erfahrungen mit den skulpturalen Formen der Tafelwaren. Das Besteck war nicht nur schlicht, sondern zeichnete sich zugleich durch einen ausgewogenen Ausdruck aus, zum Beispiel am Übergang zwischen Griff und Essteil. 'Caravel' wurde im Laufe der Zeit mit unzähligen Preisen ausgezeichnet und ist in seiner Art für Henning Koppel typisch, d. h. es besticht durch seinen einfachen, weichen und schmucklosen Stil, wie er auch in vielen seiner Tafelwaren wie der Fischplatte oder den Kannen aus den 1950ern zum Ausdruck kommt. 'Caravel' wurde zunächst aus Silber und später auch aus Edelstahl gefertigt, zum Teil mit Bakelit (z. B. beim Salatbesteck).

Nach Caravel entwarf Henning Koppel die Besteckserie 'New York'. Diese wurde 1963 anlässlich der in New York stattfindenden Weltausstellung EXPO präsentiert. Das Besteck aus rostfreiem Stahl war ein unmittelbarer Erfolg und preislich aufgrund des verwendeten Materials für die breite Bevölkerung erschwinglich. 1966 wurde die Besteckserie mit dem ID-Preis, dem exklusivsten dänischen Designpreis, ausgezeichnet.

Dass gerade dieses Besteck die begehrte Auszeichnung erhielt, wurde mit der klaren Linienführung begründet, bei der die Form an sich das dekorative Element darstellt. Henning Koppels Hintergrund als Bildhauer ist bei dieser Besteckserie unverkennbar. Genau wie seine anderen Kreationen für Georg Jensen erlangte auch dieses Besteck internationalen Ruhm.

Henning Koppels Besteckserie 'Strata' aus dem Jahre 1975 bleibt dem charakteristischen minimalistischen Ausdruck treu, ist jedoch aus preiswerteren Materialien gefertigt, und zwar aus Stahl mit einer Deckschicht aus Kunststoff.

Der Name 'Strata' deutet auf die unterschiedlichen Schichten der sichtbaren Materialien hin, da der rostfreie Stahl auch durch den schwarzen, roten, weißen (elfenbeinfarbenen), grünen bzw. braunen Kunststoff des Schafts zu erkennen ist. Ergänzend dazu wurde eine Version mit Messingschaft angeboten. Die Produktion der Strata-Serie wurde in den 1980ern eingestellt.

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