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Das Muscheldekor Musselmalet







Musselmalet – Die Gründung der Königlich Dänischen Porzellanfabrik
Im Jahre 1775 wurde die Königlich Dänische Porzellanfabrik gegründet. Man beschloss, sich auf die Produktion von Porzellan im Musselmalet-Design zu konzentrieren. Besonders an der Porzellanmanufaktur in Meissen orientierte sich die Königlich Dänische Porzellanfabrik anfangs stark. Das Musselmalet-Porzellan sollte für jedermann erschwinglich sein, d.h. das Service sollte alle sozialen Schichten ansprechen. Musselmalet-Porzellan war sehr viel billiger und einfacher zu produzieren als prestigeträchtigere und vielfarbig bemalte Porzellanmuster. Man versprach sich von Anfang an gute Verkaufszahlen und rechnete damit, dass das Design die wirtschaftliche Basis der Fabrik werden würde.

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Musselmalet und das Königshaus
Die Königlich Dänische Porzellanfabrik wurde finanziell vom Königshaus unterstützt, was sicherlich etwas damit zu tun hatte, dass ein paar Jahre vorher große Vorkommen von Kaolin in Norwegen erschlossen worden waren, welches ein Hauptbestandteil von weißem Musselmalet-Porzellan ist. Viele der zur Produktion notwendigen Rohstoffe konnten innerhalb der Grenzen des dänischen Königreiches gewonnen werden, denn Norwegen gehörte zu dieser Zeit zum Königreich Dänemark.

Die Herstellung des Musselmalet-Porzellan lief zu Beginn nicht sonderlich gut, denn die Qualität des Endproduktes war einfach zu schlecht. Bezeichnenderweise kaufte gerade das Königshaus, das ja die Porzellanfabrik finanziell unterstützte, im ersten Produktionsjahr sein eigenes Porzellan in Deutschland. Ab 1780 war dann die Qualität des Musselmalet-Porzellan akzeptabel. Dennoch kaufte die meisten weiterhin ihr Porzellan in Deutschland, was das Königshaus missbilligte und daher ein offizielles Importverbot auf ausländisches Porzellan einführte. Chinesisches Porzellan war jedoch ausgenommen. Die Königlich Dänische Porzellanfabrik hatte somit eine Monopolstellung und konnte den Absatz von Musselmalet-Porzellan sicherstellen.

Für die Herleitung des Namens Musselmalet gibt es viele Erklärungsversuche. Eine der gängigsten ist, dass Musselmalet von ‚Muschel‘ kommt und sich auf das muschelförmig geriffelte Muster des Porzellans bezieht. Musselmalet bezieht sich also auf die Form des Services und wurde erst später zu einer Bezeichnung für das eigentliche Muster, welches ursprünglich aus klassischen Motiven chinesischen Porzellans besteht: Chrysanthemen und stilisierte Palmenblätter. Obwohl man in Meissen schon länger Porzellan hergestellt hatte als in Kopenhagen, ist das Musselmalet-Dekor und die blaue Farbe als typisch dänisch weltbekannt. Viele Sammler konzentrieren sich heute ausschließlich auf das bekannte Muster, das mit drei blauen Wellen versehen ist – sie symbolisieren die drei Dänemark umgebenden Meerengen: den Öresund, den kleinen Belt und den großen Belt.

Natürlich trägt auch der kühle und reine Gesamteindruck dazu bei, dass Musselmalet mit Dänemark assoziiert wird. Der Stil passt einfach gut zum dänischen Stil und repräsentiert all das, wofür dänisches Design international steht.



Moderne Zeiten
Mit der Machtübernahme von Kronprinz Frederik 1784 kam es zu einschneidenden Änderungen hinsichtlich der Leitung der Porzellanfabrik und die Popularität des Musselmalet-Porzellan erreichte einen Tiefpunkt. Erst 1884 erreichte die Produktion mit der Anstellung von Arnold Krog als künstlerischer Leiter wieder ein hohes Niveau. Er schreibt in seinen Memoiren folgendes über die Charakteristika des Designs:

Das Porzellan war weiß und blank wie ein farbloser, geschliffener Edelstein. Schön in seinem Wesen, hart in seinem Material, doch weich anzusehen und zu fühlen. Und es war, als könnte man tief hineinsehen, wie durch stille Wasser. Und weshalb sollte man das noch zunichte machen mit allem möglichen Staat, Ornamenten und bunten Farben, die wie von außen aufgeklebt wirken und ihm des weichen, natürlichen Glanz seines Weißes beraubten. Sollten Staat und Farbe hinzukommen, so sollten sie von Innen kommen und ein Teil des kostbaren Stoffes sein, so dass das Ganze schiene, als sei es nicht von Menschenhand gemacht, sondern von der Natur selbst vollendet.
Das dänische Muschelmuster

Das Muschelmuster auf dem ersten Musselmalet-Porzellan dänischer Herstellung war eine fast identische Kopie des Meissner Porzellans. Doch das Muster wurde schnell 'eingedänischt', indem die Elemente seiner Struktur insgesamt einfacher gestaltet wurden. Dies geschah natürlich auch im Zusammenhang mit der Notwendigkeit, effektiv produziertes Porzellan preisgünstig auf den Markt zu bringen, kann aber sicherlich auch als eine bessere Anpassung an den skandinavischen Stil gesehen werden.


Bis zur Einstellung der ersten Porzellanmalerin im Januar 1868 war die Produktion von Musselmalet-Porzellan reine Männersache. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Frauen angestellt und das Blaumalen des Musselmalet-Porzellans ging in die Hand der Frauen über, was sich bis heute nicht geändert hat. Um ein Porzellanstück zu bemalen, muss man über einen langen und komplizierten Fertigungsprozess hinweg äußerst akkurat und konzentriert arbeiten. Ein normaler Teller wird mit ca. 1.200 Pinselstrichen bemalt, wofür eine routinierte Porzellanmalerin etwa eine halbe Stunde benötigt.


Im Jahre 2001 stellte Royal Copenhagen Musselmalet-Mega vor. Das Service war sogleich ein Riesenerfolg. Das neue Muster bestand in einer vergrößerten Version des bisherigen Musters und wurde von der jungen dänischen Designerin Karen Kjældgård-Larsen kreiert.

Man darf gespannt darauf sein, was die Zukunft für die Entwicklung des charakteristischen Musters bringt. Eines ist sicher – Musselmalet hat sich ein für alle Mal durchgesetzt.

 

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