Sonderauktion Hermann Schlüschen: der unentdeckte Künstler

 

 

Hermann Schlüschen gehört zu den bisher 'unentdeckten' Hamburger Künstlern der Klassischen Moderne und wurde erst 2013 von Maike Bruhns ins 'Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs/Der neue Rump' aufgenommen. Schlüschen war ausgebildeter Theatermaler und war in Lübeck, Milwaukee/USA, Bremen, sowie die längste Zeit (1930-69) als Theatermaler an der Hamburger Staatsoper tätig. Sein umfangreiches Oevre umfasst zahlreiche Malstile und verschiedenen Techniken, und seine Arbeiten wurden in Ausstellungen gern als 'Phantastische Malerei' bezeichnet. Kennzeichnend für sein Werk ist eine oftmals leuchtende Farbigkeit sowie eine expressive Abstraktion der Sujets.

 

Schlüschen wurde 1904 in Hamburg geboren und erhielt dort zunächst eine Ausbildung zum Theatermaler. Durch die Empfehlung eines deutschen Regisseurs konnte er 1925 als einziger Theatermaler in das Deutsche Theater in Milwaukee/USA eintreten. Die Weltwirtschaftskrise 1929 traf die Kunst- und Kulturschaffenden in den USA jedoch schwer, so dass Schlüschen nach Deutschland zurückkehren musste. Kurz darauf wurde er als 1. Theatermaler an die Hamburgische Staatsoper berufen, wo er 39 Jahre lang tätig war und vielfach geehrt und ausgezeichnet wurde. Die NS-Zeit erschütterte und prägte den Künstler. Das Thema 'entartete Kunst' veranlasste ihn, sich zeitweise zurückzuziehen.

 

Neben seiner Arbeit am Theater experimentierte er als freischaffender Künstler mit unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten, nahm weiteren Unterricht bei Professor Schulz und Professor Hartmann an der Landeskunstschule und richtete sich ein Atelier in seinem eigenen Haus ein. Es entstanden unzählige Gemälde, die vielfach auf Ausstellungen gezeigt wurden.

 

Nach seiner Pensionierung 1969 begann für Schlüschen noch einmal eine intensive Phase der Beschäftigung mit der Malerei. Neben seinen stark farbigen, expressiven Gemälden experimentierte er auch mit anderen Genres, vielen Malstilen und unterschiedlichen Techniken. Seine Werke können dem Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus und bisweilen auch dem Surrealismus zugeordnet werden. Zudem stellte er theoretische Überlegungen zu den künstlerischen Grundlagen an. Er starb mit 92 Jahren 1996 in Lüneburg.

 

Seine zurzeit in unseren Auktionen angebotenen Werke sehen Sie hier.